Käte Kollwitz
Lebenslauf der Künstlerin
1867
Käthe Kollwitz wird am 8. Juli in Königsberg geboren.
1885-86
Studien an der Künstlerinnenschule in Berlin bei Karl Stauffer-Bern, durch den sie die Radierungen von Max Klinger kennenlernt, die sie sehr beeindrucken.
1888-89
Malstudien bei Ludwig Herterich in München. Ihre graphische Begabung wird durch den von älteren Künstlern in München gegründeten Radierverein gefördert.
1890
Erste Radierungen
1891
Heirat mit Dr. Karl Kollwitz, der sich als Kassenarzt im Norden Berlins niederläßt.
1891/92
Erste graphische Selbstbildnisse. 1892 Geburt des Sohnes Hans
1893
Teilnahme mit drei Arbeiten an der "Freien Kunstausstellung" in Berlin. Der Kunstkritiker Julius Elias macht auf die junge Künstlerin aufmerksam.
Die soziale Tendenz tritt in ihren Werken mehr und mehr in den Vordergrund. Sie wird darin bestärkt durch ihren Einblick in das Elend der großstädtischen Bevölkerung als Frau eines Armenarztes und durch die Lektüre der Werke von Zola (Germinal), Gorki, Dostojewski, Tolstoi, Gerhart Hauptmann u. a. Daneben haben die klassische Literatur, vor allem die Lektüre Goethes, die klassische Musik und das Theater entscheidenden Einfluß auf ihr Leben.
Sie besucht die Uraufführung von Hauptmanns Drama "Die Weber" durch die "Freie Volksbühne" am 26. Februar 1893 und beginnt, davon tief beeindruckt, die graphische Folge "Ein Weberaufstand".
1896
Geburt des Sohnes Peter
1898
Der "Weberaufstand", mit dem ihr der künstlerische Durchbruch in der Öffentlichkeit gelingt, wird in der großen Berliner Kunstausstellung gezeigt. Menzel schlägt die Künstlerin für die Kleine goldene Medaille vor. Der Vorschlag wird von Kaiser Wilhelm II abgelehnt.
Unterrichtet fünf Jahre an der Berliner Künstlerinnenschule.
1902-08
Arbeit an der Folge "Ein Bauernkrieg"
1904
Aufenthalt in Paris. Besucht Rodin und Steinlen.
1907
Mehrmonatiger Aufenthalt in Florenz und Reise nach Rom.
1908
Die Folge "Bauernkrieg" erscheint als Vereinsgabe der "Verbindung für historische Kunst".
1908/10
Zeichnungen für den "Simplicissimus"
1910
Beginn der plastischen Arbeiten
1914
Der Sohn Peter fällt als Kriegsfreiwilliger am 23. Oktober in Flandern
1919
Ernennung als erste Frau zum Mitglied der Preußischen Akademie der Künste unter gleichzeitiger Verleihung des Professorentitels.
1922/23
Arbeitet an der Holzschnittfolge "Krieg"
1924
Beteiligt sich an mehreren Warenhausverkaufsausstellungen (Wertheim). Der Erlös ist für Arbeiterorganisationen bestimmt. Schafft in den ersten Jahren der Weimarer Republik zahlreiche Plakate für KPD, SPD und humanitäre Organisationen zur Bekämpfung der Nachkriegsnot und Warnung vor neuem Krieg.
1925
Die Holzschnittfolge "Proletariat" erscheint
1927
Reise in die Sowjetunion
1928
Wird mit der Leitung des "Meisterateliers für Graphik" an der Akademie beauftragt.
1929
Erhält den Orden "Pour le Mérite" der Friedensklasse der Wissenschaft und Künste
1932
Aufstellung des Totenmals "Die Eltern" für den 1914 gefallenen Sohn Peter auf dem Soldatenfriedhof Roggevelde bei Dixmuiden, das sie seit Jahren beschäftigt hat.
1933
Ausschluß aus der Preußischen Akademie der Künste und Amtsenthebung als Leiterin der Meisterklasse für Graphik wegen Unterzeichnung des "Dringenden Appells" zum Aufbau einer einheitlichen Arbeiterfront gegen den Nationalsozialismus
1934/35
Die Folge von 8 Lithographien zum Thema "Tod" entsteht
1936
Exponate der Künstlerin werden aus der Berliner Akademieausstellung entfernt, was einem inoffiziellen Ausstellungsverbot gleichkommt
1940
Am 19. Juli stirbt Dr. Karl Kollwitz
1942
Im September fällt der Enkel Peter in Rußland. Letzte graphische Blätter entstehen, darunter "Saatfrüchte sollen nicht vermahlen werden"
1943
Evakuierung aus Berlin nach Nordhausen. Am 23. November werden Wohnung und Atelier in Berlin durch Bomben zerstört, wobei viele Drucke und Platten vernichtet werden.
1944
Am 20. Juli Umsiedlung nach Moritzburg bei Dresden
1945
Am 22. April, wenige Tage vor Kriegsende, stirbt Käthe Kollwitz in Moritzburg

