Oskar Moll
Biographische Angaben
Oskar Moll (1875 - 1947)
Blumenstrauß mit Fensterausblick 1925 100 x 75 cm, Öl auf Leinwand, signiert
Oskar Moll
21.7.1875
Geboren in Brieg bei Breslau
als siebentes Kind der Henriette Rosalie Marie geb. Moll und des Fabrikbesitzers Theodor Leopold Wilhelm Moll
1885
Schwere Erkrankung an Nierenkolik, die von da ab den Schulbesuch verhindert.
1890
Professor Israel, Breslau, entfernt das kranke Organ - eine der ersten Nierenoperationen der Medizingeschichte.
1892
Aufenthalt in Lausanne/Schweiz.
Malt sein erstes Bild "Die Fuchsfamilie".
Abitur in Breslau.
1893 - 1896
Studiert Biologie in Hannover, Genf und Basel.
Freundet sich mit dem Kunsthistoriker Richard Hamann an, der später Bilder von ihm erwirbt.
Nervenzusammenbruch in Genf.
Beendet das Studium und entschließt sich - gegen den Widerstand der Familie - Maler zu werden.
1897
Zieht nach Berlin.
Stellt zum ersten Mal in der großen Berliner Kunstausstellung ein Gemälde aus: "Uferweiden".
Trotz zahlreicher Reisen und Auslandsaufenthalte bleibt er bis 1918 in Berlin beheimatet.
1898 - 1900
Zahlreiche Reisen u.a. nach Ägypten, wo ihn die altägyptische Skulptur besonders beeindruckt und er von Kairo nach Assuan segelt. Des weiteren nach Algerien, England, Irland, Rußland und Tunesien. In Norwegen besucht er Edvard Munch, von dem er das Gemälde "Musik auf der Karl-Johann-Straße", 1889, später Besitz der Nationalgalerie Berlin, erwirbt. Von Bedeutung wurde der engere Kontakt zu Lovis Corinth und Ulrich Hübner, unter dessen Einfluß er von der Atelier- zur Freilichtmalerei übergeht.
1900
Freundschaft mit Lovis Corinth, in dessen Atelier er drei Jahre hospitiert und dem er zahlreiche Porträtaufträge seiner Verwandten vermittelt.
Erwirbt eine größere Anzahl von Gemälden von Lovis Corinth.
1902
Trifft Edvard Munch und stellt mit ihm bei Paul Casairer in Berlin aus.
1903 - 1905
Malt auf Schloß Höhenroth bei Grafrath/Oberbayern.
1905
Freundschaft mit dem Farbenfabrikanten Behrend. Bewundert die französischen Impressionisten, insbesondere Manet, Monet und Renoir.
1906
Heiratet seine Schülerin, die Malerin und Bildhauerin Margarethe Haeffner.
Zweiter Kontakt mit Otto Mueller und Karl Schmidt-Rottluff, mit denen er später Arbeiten tauscht.
Reisen nach Pommern (Stolpmünde), Norwegen und Spitzbergen; ferner Holland, Amsterdam und Belgien, besonders Flandern.
Mitglied der Berliner Sezession.
1907
In Caputh mit Lovis Corinth, der die junge Frau Moll malt und ihm sein Porträt aus dem Vorjahr als Hochzeitsgeschenk übereignet.
Paris. Lyonel Feininger führt die Molls in den Künstlerkreis des Café du Dôme" ein. Lernt Großmann, Levy und Hans Purrmnann kennen, mit dem er eng freundschaftlich verbunden bleibt.
Gründet mit seiner Frau Marg, den Amerikanern Bruce und Stein, dem Schweden Palme und Hans Purrmann um die Jahreswende 1907/08 die "Académie Matisse". Bis zum Ausbruch des ersten Weltkrieges enge Verbindung zwischen den Familien Matisse und Moll in Paris, Heidelberg und Berlin.
1908
Stellt erstmals im Salon d´Automne in Paris aus. Matisse malt das Porträt Marg Moll. Matisse besucht die Familie Moll in Heidelberg und verbringt Weihnachten in Berlin bei den Molls. Oskar Moll erwirbt zwischen 1907 und 1914 die bedeutendste Matisse-Sammlung (Gemälde und Plastiken) in Deutschland.
1908 - 1914
Jedes Jahr längere Zeit in Paris. Moll lernt verschiedene andere französische Künstler kennen, u.a. Picasso bei Gertrude Stein.
1909
Paris. Sommer in Neuglobsow und Stechlinsee/Mecklenburg.
1910
Paris. Deep in Pommern.
1911
Paris. Erkrankung der zweiten Niere. Meran und Ebersberg/Oberbayern.
1912
Paris. Reise nach Korsika, speziell Ajaccio, mit Marg Moll und dem Ehepaar Hans Purrmann. Ausstattung der Moll-Wohnung in Berlin mit Mobiliar, das von August Endell entworfen war.
1913
Paris. Levanto und Riviera.
1914
Paris. Berlin-Siegsdorf. Mitglied der Freien Sezession Berlin.
1914 - 1918
Berlin. Verkehrt im Künstlerkreis des "Romanischen Café".
1917
Zum Wehrdienst einberufen. Wird wegen seiner schlechten Gesundheit und durch Prof. Geheimrat Ludwig Justi, der ihn für das Westfront-Relief des Zeughauses heranzieht, vom Wehrdienst befreit.
1918
Berufung als Professor an die Kunstakademie Breslau. Freundschaft mit dem Kunsthistoriker Wilhelm Pinder, der wenig später einen größeren Aufsatz über seine Malerei veröffentlicht und zwei Bilder erwirbt.
Verbringt den Sommer in Wölfelsgrund/Riesengebirge, wo zahlreiche Aquarelle und später auch Grafiken entstehen.
1919
Wölfelsgrund.
1920
Wölfelsgrund. Còte d´Azur.
1922
Wölfelsgrund sowie Paris, Levanto, Hohe Tatra.
1923
Wölfelsgrund. Levanto. Paris. Erwirbt ein Haus in Fürstenfeldbruck bei München, wo er bis 1926 die Sommer verbringt.
1924
Reise nach St. Moritz, Levanto und Paris. Hier ist seine Frau eine Zeitlang Schülerin bei Fernand Uger. Er erwirbt drei Gemälde von Léger.
1925
5Vertritt August Endell als Direktor der Breslauer Kunstakademie. Reise in die Hohe Tatra, nach Levanto, Paris.
1926
Berufung als Direktor der Akademie für Kunst und Kunstgewerbe in Breslau. Beginnt die Akademie in ein modernes Kunstinstitut zu verwandeln, u.a. durch Berufung der Architekten Hans Scharoun und Karl Rading, den Maler Georg Muche und Oskar Schlemmer sowie des Graphikers Johannes Molzahn. Reisen nach Levanto, Florenz, Wölfelsgrund und Paris.
1927
Paris. Wölfelsgrund. Hohe Tatra.
1928
Paris. Wölfelsgrund. Hohe Tartra
1929
Dzumbir. Budapest. Wien.
1930
Hohe Tatra. Wölfelsgrund.
1931
Ausstellung in der Galerie Georges Petit, Paris.
1932
Schließung der Breslauer Akademie aus Sparsamkeitsgründen durch die Preußische Regierung. Reisen nach Mallorca und Paris und ins Perigord. Berufung an die Kunstakademie nach Düsseldorf durch Professor Kaesbach.
1933
Düsseldorf.
1934
Reisen nach England und Wangen am Bodensee. Entlassung aus dem Amt durch die Nationalsozialisten.
1935
Paris. Schließung der Ausstellung zum 60. Geburtstag im Kunstverein Düsseldorf durch die Nationalsozialisten, Ausstellungsverbot.
1936
Übersiedlung von Düsseldorf nach Berlin in ein von Hans Scharoun für die Molls im Grünewald errichtetes Wohnhaus.
1938 / 1939: Reise nach Tripolis und Positano. Reise an die Ostsee, nach Nidden und Sizilien.
1943
Zerstörung von Haus und Atelier in Berlin. Verlust zahlreicher eigener und fremder Kunstwerke.
Zieht nach Brieg/Schlesien.
1945
Als Flüchtling in Mankmus/Westpriegnitz und Altenweddigen bei Magdeburg.
1946
Mai: Rückkehr nach Berlin-Zehlendorf.
Erste größere Ausstellung nach einem Jahrzehnt der Verfernung im "Haus am Waldsee", Berlin.
Oskar Moll ruht auf dem Friedhof Berlin-Zehlendorf, Onkel-Tom-Straße.
19.8.1947
Gestorben in Berlin (DE)

